FAKTory © Markus Zahradnik
Mitbestimmung

Die FAKTory: Nützliche Fakten für die Arbeits­welt

Wie kann man Altes mit dem Neu­en ver­binden? Ein innovatives Zen­trum, die FAKTory, für berufs­tätige Stu­dierende entsteht.

Theresa Goisauf
19.04.2023
in diesem Artikel


    Die Fachbuchhandlung des ÖGB-Verlages wird zur „FAKTory“. Nachdem 2020 eine Schließung der ÖGB-Fach­buchhandlung im Raum stand, wartet der Standort nun mit einem neuen Kon­zept auf. „Innerhalb der Gewerkschafts­bewegung hat es viele Stim­men gegeben, die gesagt haben, überlegen wir uns, wie man das gute Alte mit dem guten Neuen verbindet“, erzählt Lisa Sinowatz, die das Projekt gemeinsam mit Buchhänd­ler Manfred Arthaber leitet. Das neue Kooperations­projekt der AK und des ÖGB-Verlages bildet einen zentralen Bau­stein im Dialog mit einer bisher für die Gewerkschafts­bewegung schwer erreichbaren, aber zahlenmäßig großen AK Mitgliedergruppe: die berufstätigen Studierenden. „Das ist ein Mosaik­steinchen, das der AK und den Gewerk­schaften fehlt“, so die AK Expertin.

     

    Lisa-Sinowatz © Erwin Schuh
    © Erwin Schuh
    „Die FAKTory trägt als dialog­ischer Ort der Bil­dung und des Wissens dazu bei, die so­ziale Lage der Stu­dent:in­nen in Wien zu ver­bessern.“ - Lisa Sinowatz leitet den AK Hub in der FAKTory.
    FAKTory Buchhandlung © Markus Zahradnik
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    Veranstaltungen FAKTory © FAKTory
    © FAKTory

    Dialog, Politisierung und Vernetzung 

    Die zentral gelegene FAKTory befindet sich im unmittel­baren Umfeld der Universität Wien und versteht sich als Raum des Aus­tausches für die rund 90.000 Studierenden und ca. 10.000 Mitarbeiter:innen der Universität. Seit April gibt es am Standort neben dem Buch­handel auch einen Contact Hub der AK Wien, wo arbeits­rechtliche Be­ratung für Studierende und Universitäts­beschäftigte und ein abwechs­lungs­reiches Veranstaltungs­programm geboten werden. Die FAKTory trägt als dialogischer Ort der Bil­dung und des Wissens dazu bei, die soziale Lage der Student:innen in Wien zu verbessern und ihr po­litisches Bewuss­tsein zu schärfen. „Wir wollen in Kontakt treten und die Leute mit der Gewerkschafts­idee vertraut machen“, sagt Sinowatz.


    Praktische Hilfe ist dringend gefragt 

    „In der FAKTory bekommt man mit, was die Probleme der Leute sind und wie sie Dinge einschätzen.“ Zwei Drittel der Studierenden arbeiten neben der Uni – fast immer unselbstständig, nicht selten in prekären Beschäftigungsverhältnissen. Die Situation wird für viele Studierende immer schwieriger – die Gründe: verheerende Unter­finanzierung, zunehmend rigide Lehrpläne, hoher Leistungs­druck und nicht zuletzt die explodierenden Mieten und Energiekosten. Studierende stehen vor einer enormen Heraus­forderung, Studium und Beruf zu vereinbaren, wodurch der Beratungsbedarf stark angestiegen ist. Die FAKTory ist das erste Zentrum, das ein umfassendes Service für diese Zielgruppe bietet. „Die FAKTory spricht Menschen direkt am Bildungsstandort an, mit dem Ziel, sie für solidarisches Handeln zu gewinnen“, fasst Lisa Sinowatz zusammen.

    Was bietet die FAKTory Betriebsrät:innen?

    „Die Buchhandlung bietet ein umfassendes Sor­timent und ist nach wie vor das Herzstück des Hauses“, betont Sinowatz. Mit der Spezia­lisierung auf den Themen­bereich „Arbeit und Soziales“ ist sie erste Anlauf­stelle für die Betriebs­rats­arbeit. „Bildung ist die Grund­lage für po­litische Betätigung. Die Leute sollen sich auf Basis von Fak­ten und Wissen ein eigenes Bild davon machen, was in unserer Welt gerecht ist, und was nicht.“ Die FAKTory ist aber auch über gewerkschaft­liche Bildungs­angebote nutzbar. „Wenn man beispiels­weise für Wienausflüge ein maß­geschneidertes Rahmen­programm an einem zentralen Standort braucht, können sich Betriebsrät:innen gerne bei uns melden“, rät die Projektleiterin. 


    Wozu es die FAKTory braucht 

    90 Prozent der arbeitenden Student:innen sind AK-Mit­glieder, viele wissen jedoch wenig bis nichts über die AK und ihre Leistungen. Der innovative Ort ermöglicht es, die AK auch unter den Jungen bekannt zu machen. Der Zielgruppe soll nähergebracht werden, dass sich die AK für ihre An­liegen und Wünsche einsetzt. „Die Generation Z soll sehen: Die AK tut was für mich. Ich bekomme hilfreiche An­gebote im Zentrum.“


    iNFO

    Tipp Symbolbild © AK Wien

    FAKTory

    Literatur, Wissen und Be­ratung für Stu­dierende

    Universitätsstraße 9, 1010 Wien
    Mo–Fr 09.00–18.00 Uhr

    www.faktory.at

    Zum Veranstaltungsprogramm

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