„Mit dem Wohlstand geht´s bergab“, so lautet das Fazit des AK Wohlstandsberichts 2025. Bereits zum vierten Mal in Folge fällt die Gesamtbewertung der Wohlstandsentwicklung in Österreich negativ aus.
Unsichere Zeiten, massive Budgeteinsparungen sowie die angespannte Situation am Arbeitsmarkt bei anhaltend hoher Inflation führen dazu, dass sich die Lage weiter zuspitzt. Durch die guten Lohnabschlüsse und den starken Sozialstaat ist es zwar gelungen, die Einkommen der Menschen zu erhöhen, allerdings hat sich auch die Kluft zwischen Personen mit hohen und Personen mit niedrigen Einkommen weiter vergrößert.
Aus Sicht der Arbeiterkammer muss die österreichische Bundesregierung Schritte setzen, um mehr Wohlstand für die Vielen zu schaffen.
Kernthemen sind der Kampf gegen die Teuerung, die Finanzierung des Ausbaus sozialstaatlicher Leistungen durch einen gerechten Beitrag der Reichsten, das Forcieren der Klimaziele und gute Arbeitsbedingungen für alle.
Schließlich verdeutlicht der Bericht, dass qualitativ hochwertige Arbeit zu einer höheren Lebensqualität führt. Beim Arbeitsklima ist jedoch noch Luft nach oben. Ein stärkerer Fokus auf die Bedürfnisse der Beschäftigten würde die Arbeitszufriedenheit positiv beeinflussen. Dazu zählen eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, Maßnahmen gegen psychische Stressfaktoren sowie kürzere Arbeitszeiten.
Mehr Mitbestimmung durch den Betriebsrat verbessert die Qualität der Arbeitsplätze wesentlich. Für gesellschaftlichen Wohlstand ist ein hoher gewerkschaftlicher Organisationsgrad erstrebenswert. Dieser lag im Jahr 2025 bei 30,5 Prozent.
Um die Mitbestimmung in den Betrieben weiterhin zu stärken, gilt es, unterstützende rechtliche Rahmenbedingungen für Betriebsräte und Gewerkschaften auszubauen – beispielsweise durch Verbesserungen bei den Freistellungen von Betriebsratsmitgliedern. Aber auch effektive Sanktionen, um mitbestimmungsfeindliche Praktiken von Unternehmen zu verhindern, sind dafür entscheidend.