Illustration zum Thema Arbeitsinspektion, Person in Schutzkleidung mit Checkliste am Tablet © khafid - stock.adobe.com


Weitblick

Arbeitsinspektion & Co:
Beschäftigten­schutz stärken

Die Arbeiter­kammer fordert mehr Ressourcen für wichtige Kontrollbehörden – nur so ist ein effektiver Arbeit­nehmer:in­nen­schutz auch in Zukunft möglich.

Andreas  Rauschal
11.09.2026


Bereits 86,4 Prozent der Erwerbs­tätigen in Österreich sind einem Gesund­heits­risiko ausgesetzt. Umso wichtiger ist eine starke Arbeitsinspektion – sie prüft die Einhaltung von Gesetzen zum Arbeit­nehmer:innen­schutz und zur Arbeits­sicherheit und berät Arbeit­geber und Beschäftigte gleicher­maßen. Auch bei der Unter­suchung von Arbeits­unfällen kommt sie zum Einsatz – um daraus Lehren zu ziehen und vergleichbare Vorfälle in Zukunft auszu­schließen.

Wie schützt die Arbeitsinspektion?

Für Betriebsräte ist die Arbeits­inspektion eine wichtige Partnerin: Gemeinsam sorgen beide Akteure für die Überwachung des Arbeit­nehmer:innen­schutzes, wobei Betriebsräten das Recht zukommt, die Arbeits­inspektion zur Hilfe zu holen – sei es für das Bereit­stellen von Infor­mationen oder benötigte Kontrollen vor Ort im Betrieb.

Die Arbeiter­kammer fordert nun mehr Ressourcen für die Arbeits­inspektion und weitere Kontroll­behörden, deren Kern­aufgabe der Schutz der Beschäftigten ist. Aktuelle Zahlen zeigen, warum: So informiert die AUVA etwa über einen Anstieg der anerkannten Arbeits­unfälle durch Gewalt. Waren im Jahr 2020 in Österreich noch 973 Fälle zu verzeichnen, so waren es im Jahr 2025 bereits 1.752 – 1.056 davon betrafen Frauen. Doch auch gegen klassische Unfall­gefahren bleibt die Arbeits­inspektion das wichtigste Instrument. 

Eine Studie der deutschen Bundes­anstalt für Arbeits­schutz und Arbeits­medizin (BAuA) und ein Vergleich von 24 europäischen Ländern belegen, dass gezielte Kontrollen in Kombination mit Strafen die Unfall­gefahr merklich reduzieren: Zehn Prozent mehr Inspektionen bedeuten fast zwei Prozent weniger Unfälle.


Ines Stilling, Bereichsleiterin Soziales der AK Wien © Lisi Specht
Ines Stilling, Bereichsleiterin Soziales der AK Wien © Lisi Specht

Wir brau­chen mehr Per­so­nal für Kon­trol­len und deut­lich schär­fe­re Stra­fen für je­ne, die Schutz­vor­schrif­ten un­ter­lau­fen und recht­mä­ßi­ge Löh­ne vor­ent­hal­ten.


Ines Stilling, AK Expertin

Finanz­polizei und Kranken­kassen wiederum sind gefragt, wenn es um die Bekämpfung von Lohn- und Sozial­dumping geht. Derzeit kosten 45,9 Millionen nicht abgegoltene Über­stunden die Beschäftigten 2,5 Milliarden Euro pro Jahr – dem Staat entgehen dabei Abgaben in Höhe von 1,23 Milliarden Euro: ein Lose-lose-Szenario für die Vielen.

Warum darf bei Kon­trollen nicht ge­spart werden?

Für eine starke Beleg­schafts­vertretung sind Kontroll­behörden mit Ressourcen zentrale Verbündete. In Zeiten des drohenden Rotstifts fasst Ines Stilling, Bereichs­leiterin Soziales der AK Wien, die Forderungen der Arbeiter­kammer zusammen – und warnt:

„Wer bei der Arbeits­inspektion und den Lohn­kontrollen spart, nimmt Arbeits­unfälle, arbeits­bedingte Erkrankungen und die damit einher­gehenden Kosten billigend in Kauf. Eine Aufweichung von Schutz­gesetzen und Ein­sparungen bei Kontroll­behörden dürfen daher nicht zur Diskussion stehen. Wir brauchen mehr Personal für Kontrollen und deutlich schärfere Strafen für jene, die Schutz­vorschriften unterlaufen und recht­mäßige Löhne vor­enthalten.“