Harald Bruckner, AK Wien © AKtuell, Erwin Schuh


Mitbestimmung

Sicherheit im Betrieb:
Drei Fragen – drei Antworten

Was motiviert die „Betriebsheld:innen“? Was bedeutet das im Betriebsalltag? Was ist für den Betriebsrat wichtig? Drei Fragen – drei Antworten

Redaktion  AKtuell
28.04.2026

1. Was motiviert die „Betriebsheld:innen“?

Menschen übernehmen diese Rolle, weil sie sich für ihre Kolleg:innen im Betrieb verantwortlich fühlen. Sie wissen, dass sie mit ihrem Einsatz im Notfall Leben retten oder Unfälle verhindern können. Für sie ist es wichtig, ein sicheres Umfeld zu schaffen und die Gesundheit der Kolleg:innen zu schützen. Manche schätzen auch die Möglichkeit, mit vielen unter­schiedlichen Kolleg:innen im Austausch zu sein und die Betriebskultur aktiv mitzugestalten. 

Ihre Rollen bieten zudem eine Art „Handlungs­spielraum“, in dem sie ihre Fähig­keiten einsetzen können – vom Brandschutz über den Arbeit­nehmer: innen­schutz bis zur Ersten Hilfe. Dieses Engagement basiert oftmals auf persönlicher Überzeugung – dafür gebühren ihnen Respekt und Anerkennung. 

2. Was bedeutet das im Betriebsalltag?

Im Alltag sorgen SVPs, Ersthelfer:innen und Brandschutz­warte, gerade in kleineren Betrieben, für Unterstützung bei Fragen zu Sicherheit und Gesundheit. Sie haben potenzielle Gefahren im Blick und weisen darauf hin, wenn es Handlungsbedarf gibt. Sie unterstützen bei Kontroll­pflichten (Fluchtwege, Feuerlöscher, Erste- Hilfe-Material) und greifen im Notfall sofort ein. Außerdem unterstützen sie Arbeitgeber bei ihren Pflichten, geben Informationen weiter und helfen bei Präventions­maßnahmen. So sind sie die erste Anlaufstelle, wenn es um Prävention, Sicherheit und Sofort­maßnahmen geht. 


3. Was ist für den Betriebsrat wichtig?

Der Betriebsrat ist auf verlässliche Informationen aus dem Arbeits­­alltag angewiesen. Personen in den drei genannten Rollen sind wichtig, weil sie sehr nah an den Kolleg:innen arbeiten und früh erkennen, wo es Probleme oder Risiken gibt. Sie wissen, wie Sicherheits­konzepte in der Praxis gut funktionieren und wo es Lücken gibt. Dieses Wissen hilft dem Betriebsrat, Maßnahmen zur Prävention zu entwickeln, Schulungen anzustoßen und konkrete Verbesserungen im Betrieb einzufordern. 

Gleichzeitig stärken sie die Interessen­vertretung der Beschäftigten, weil Anliegen aus den Teams schneller sichtbar werden. Nicht zuletzt kann aus diesem Engagement in der Arbeit­nehmer:innen­vertretung auch das Interesse entstehen, zukünftig als Betriebs­rats­mitglied tätig zu werden.

Zur Person

Harald Bruckner ist Leiter des Teams Arbeitnehmer:innenschutz in der Abteilung Arbeitnehmer:innenschutz und Gesundheitsberufe der Arbeiterkammer Wien.