Tabletten als Imagebild zum Thema Fehlzeiten © Pixelstock-stock.adobe.com


Mitbestimmen

Fehlzeiten: Was Arbeitstage kostet

Weniger Kranken­stands­tage, aber ein Dauer­problem bleibt: der Rücken. Wie neue Zahlen belegen, zählen Muskel-Skelett-Erkrankungen zu den häufigsten Ursachen für Fehlzeiten.

Theresa Goisauf
21.10.2026



Österreichs Beschäftigte waren im Jahr 2025 etwas weniger lange krank als im Jahr davor. Im Schnitt entfielen 14,7 Kalender­tage auf Kranken­stände (2024 waren es noch 15,1 Tage) – das verdeutlicht die aktuelle Ausgabe des Fehl­zeiten­reports, den das Wirtschafts­forschungs­institut WIFO jährlich im Auftrag der Bundes­arbeits­kammer, der Wirtschafts­kammer Österreich und des Dachverbands der Sozial­versicherungs­träger erstellt.


webtipp

Cover Fehlzeitenreport 2026 © WIFO

Fehlzeitenreport 2026

Der vollständige Fehlzeitenreport 2026 mit detaillierten Zahlen zu Krankenständen, Krankheitsursachen und Präventionsansätzen ist online abrufbar.

Fehlzeiten 2025: Ursachen und Folgen

2025 hatten Frauen und Beschäftigte über 60 Jahre durch­schnittlich mehr Kranken­stands­tage. Kurze Kranken­stände nahmen zu, machen aber nur etwa zehn Prozent der Fehltage aus. Besonders häufig waren Muskel-Skelett-Erkrankungen: Etwa jede fünfte erkrankte Person war davon betroffen. Zusammen mit Atem­wegs­erkrankungen waren sie für mehr als die Hälfte aller Kranken­stände verantwortlich.
 
„Muskel- und Skelett­erkrankungen zählen zu den bedeu­tendsten Kranken­stands­gründen und verursachen die größten Gesund­heits­probleme in der Arbeits­welt“, sagt Wolfgang Panhölzl, Leiter der Abteilung Sozial­versicherung der AK Wien. 

Vor allem der Rücken macht Beschäftigten zu schaffen. Kreuz- und Lenden­schmerzen verursachen 47,3 Prozent aller Muskel-Skelett-Fälle und 37,2 Prozent der entsprechenden Kranken­stands­tage. Gemeinsam mit sonstigen Wirbel­säulen­erkrankungen gehen rund drei von fünf Fällen auf Rücken­leiden zurück.


Wolfgang Panhölzl, Bundesarbeitskammer © Lisi Specht
Wolfgang Panhölzl, Leiter der Abteilung Sozialversicherung, AK Wien © Lisi Specht

„Muskel- und Skelett­er­kran­kun­gen zählen zu den bedeu­tendsten Kranken­stands­gründen und verursachen die größten Gesund­heits­probleme in der Arbeits­welt.“


Wolfgang Panhölzl, AK Wien

Gerade bei Lang­zeit­kranken­ständen zeigt sich die Tragweite: Dauert ein Krankenstand 40 Tage oder länger, verantworten Muskel- und Skelett­erkrankungen den größten Anteil der Ausfallstage. Die längeren Arbeits­unter­brechungen machen oft eine Wieder­eingliederungs­teilzeit notwendig, damit Betroffene schrittweise in den Beruf zurück­kehren können.

Was hilft gegen Fehlzeiten durch Muskel-Skelett-Erkrankungen?

Beispiele aus anderen Ländern zeigen, dass strukturierte Vorsorge­programme wirken. „Die AK fordert ent­sprechende Programme für Österreich, mit raschem Zugang zu Prävention und Rehabilitation. Dazu braucht es eine mit den Kranken­kassen abrechen­bare Einbeziehung aller Gesund­heits­berufe. Wir sehen darin auch ein erhebliches Potenzial für bessere Arbeits­bedingungen und eine nachhaltige Finanzierung des Gesund­heits­systems“, betont Panhölzl.


Faq

Fehlzeiten im Job

  • Wie viele Kranken­stands­tage gab es 2025?
    Beschäftigte in Österreich waren durch­schnittlich 14,7 Kalendertage im Kranken­stand.

  • Was sind häufige Ursachen für Fehlzeiten? 
    Muskel-Skelett- und Atem­wegs­erkrankungen verursachten gemeinsam mehr als die Hälfte aller Kranken­stände. 

  • Welche Beschwerden fallen besonders ins Gewicht?
    Kreuz- und Lenden­schmerzen machten 47,3 Prozent der Muskel-Skelett-Fälle und 37,2 Prozent der ent­sprechenden Kranken­stands­tage aus.