Österreichs Beschäftigte waren im Jahr 2025 etwas weniger lange krank als im Jahr davor. Im Schnitt entfielen 14,7 Kalendertage auf Krankenstände (2024 waren es noch 15,1 Tage) – das verdeutlicht die aktuelle Ausgabe des Fehlzeitenreports, den das Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO jährlich im Auftrag der Bundesarbeitskammer, der Wirtschaftskammer Österreich und des Dachverbands der Sozialversicherungsträger erstellt.
Der vollständige Fehlzeitenreport 2026 mit detaillierten Zahlen zu Krankenständen, Krankheitsursachen und Präventionsansätzen ist online abrufbar.
2025 hatten Frauen und Beschäftigte über 60 Jahre durchschnittlich mehr Krankenstandstage. Kurze Krankenstände nahmen zu, machen aber nur etwa zehn Prozent der Fehltage aus. Besonders häufig waren Muskel-Skelett-Erkrankungen: Etwa jede fünfte erkrankte Person war davon betroffen. Zusammen mit Atemwegserkrankungen waren sie für mehr als die Hälfte aller Krankenstände verantwortlich.
„Muskel- und Skeletterkrankungen zählen zu den bedeutendsten Krankenstandsgründen und verursachen die größten Gesundheitsprobleme in der Arbeitswelt“, sagt Wolfgang Panhölzl, Leiter der Abteilung Sozialversicherung der AK Wien.
Vor allem der Rücken macht Beschäftigten zu schaffen. Kreuz- und Lendenschmerzen verursachen 47,3 Prozent aller Muskel-Skelett-Fälle und 37,2 Prozent der entsprechenden Krankenstandstage. Gemeinsam mit sonstigen Wirbelsäulenerkrankungen gehen rund drei von fünf Fällen auf Rückenleiden zurück.
„Muskel- und Skeletterkrankungen zählen zu den bedeutendsten Krankenstandsgründen und verursachen die größten Gesundheitsprobleme in der Arbeitswelt.“
Wolfgang Panhölzl, AK Wien
Gerade bei Langzeitkrankenständen zeigt sich die Tragweite: Dauert ein Krankenstand 40 Tage oder länger, verantworten Muskel- und Skeletterkrankungen den größten Anteil der Ausfallstage. Die längeren Arbeitsunterbrechungen machen oft eine Wiedereingliederungsteilzeit notwendig, damit Betroffene schrittweise in den Beruf zurückkehren können.
Beispiele aus anderen Ländern zeigen, dass strukturierte Vorsorgeprogramme wirken. „Die AK fordert entsprechende Programme für Österreich, mit raschem Zugang zu Prävention und Rehabilitation. Dazu braucht es eine mit den Krankenkassen abrechenbare Einbeziehung aller Gesundheitsberufe. Wir sehen darin auch ein erhebliches Potenzial für bessere Arbeitsbedingungen und eine nachhaltige Finanzierung des Gesundheitssystems“, betont Panhölzl.