Illustration: Person sitzt auf Laptop und sieht auf Ergebnisse © Nuthawut - stock.adobe.com


Dranbleiben

AK Dividenden­report 2026:
Wenn Aktionär:innen jubeln

Der AK Dividenden­report 2026 zeigt: Die 20 ATX-Unter­nehmen schütten insgesamt rund 5,6 Milliarden Euro aus. 

Andreas  Rauschal
14.10.2026

in aller kürze

AK Dividendenreport 2026 

  • Aktionäre der insgesamt 20 österreichischen ATX-Unter­nehmen erhalten im Jahr 2026 trotz weiterhin angespannter wirt­schaftlicher Lage Dividenden in der Höhe von rund 5,6 Milliarden Euro.

  • Elf Unter­nehmen erhöhen ihre Dividende im Vergleich zum Vorjahr um 4,3 bis 45,6 Prozent.

  • Die höchsten Aus­schüttungen leisten OMV mit rund 1,4 Milliarden Euro, Verbund mit 1,1 Milliarden Euro sowie RBI und BAWAG Group mit jeweils rund 0,5 Milliarden Euro.

Erst im Sommer dieses Jahres kam es in Deutschland zu einer Debatte um den VW-Konzern. Immer­hin bezahlte das Unter nehmen, das in den kommenden Jahren 50.000 Stellen abbauen wird, zwischen 2021 und 2025 rund 28 Milliarden Euro an Dividenden aus. Während vonseiten der Wirt­schaft gerne von gestie­genem Kosten­druck und angeblich zu hohen Löhnen gesprochen wird, scheint das Geld für Groß­aktionär:innen hingegen vorhanden zu sein.

Dividenden der ATX-Unternehmen bleiben 2026 hoch

Wie steht es nun um die Ausschüttungen der österreichischen Konzerne? Dieser Frage geht der AK Dividendenreport 2026 nach und kommt zum Ergebnis: Auch für die Shareholder der insgesamt 20 ATX-Unternehmen besteht Grund zur Freude. Sie erhalten – der weiterhin angespannten wirtschaftlichen Lage zum Trotz – erneut hohe Dividenden: im laufenden Jahr insgesamt rund 5,6 Milliarden Euro. 


Das Gesamtbild: Elf Unternehmen erhöhen ihre Dividende im Vergleich zum Vorjahr, und zwar um zwischen 4,3 und 45,6 Prozent. Bei drei Konzernen bleiben die Ausschüttungen mehr oder weniger gleich und nur vier Unternehmen bezahlen geringere Dividenden als zuletzt. Sind bei OMV und SBO schwächere Ergebnisse dafür verantwortlich, erfolgt dieser Schritt bei Erste Group und CA Immo trotz höherer Gewinne.


Markus Oberrauter, AK Wien © Peter Rigaud
Markus Oberrauter, AK Wien © Peter Rigaud

„In Phasen des Umbruchs – wie aktuell – sollten vor­aus­schau­en­de fir­m­en­poli­ti­sche Wei­chen­stel­lun­gen wie In­ves­titionen in den Betrieb und neue Pers­pek­ti­ven für die Be­schäf­tig­ten im Vor­der­grund stehen.“


Markus Oberrauter, Referent in der Abteilung Betriebswirtschaft der AK Wien

OMV und Verbund führen das Dividenden-Ranking an

Unverändert bleibt das Spitzenfeld: Mit Ausschüttungen von rund 1,4 Milliarden Euro landet die OMV abermals auf dem ersten Platz, gefolgt – aufgrund einer Sonderdividende – von der Verbund AG (1,1 Milliarden Euro) sowie RBI und BAWAG Group, die mit je rund 0,5 Milliarden Euro die Plätze drei und vier belegen.

Tatsächlich brachte das abgeschlossene Wirtschaftsjahr 2025 den ATX-Unternehmen neuerlich hohe Gewinne ein. Das aggregierte, den Aktionär:innen zurechenbare Ergebnis der 20 Konzerne belief sich auf 12,3 Milliarden Euro – ein sattes Plus von sechs Prozent, das die Ausschüttungen entsprechend beflügelt. 


AK fordert Investitionen in Betriebe und Beschäftigte

Markus Oberrauter, Referent in der Abteilung Betriebswirtschaft der AK Wien und Autor des Reports, mahnt dabei nicht nur die Verhältnismäßigkeit ein. Vor allem ein Punkt ist ihm wichtig: „In Phasen des Umbruchs – wie aktuell – sollten vorausschauende firmenpolitische Weichenstellungen wie Investitionen in den Betrieb und neue Perspektiven für die Beschäftigten im Vordergrund stehen.“

Kurz: Nachhaltiges Handeln statt temporärer Geldsegen. „Die Zukunft entscheidet sich auf der Langstrecke“, so der Experte.

broschürentipp

AK Dividendenreport 2026 © AK Wien

AK Dividendenreport 2026: Ausschüttungspolitik der ATX-Konzerne

Du interessierst dich für alle Zahlen? Dann wirf einen Blick in den gesamten AK Dividendenreport 2026.