Erst im Sommer dieses Jahres kam es in Deutschland zu einer Debatte um den VW-Konzern. Immerhin bezahlte das Unter nehmen, das in den kommenden Jahren 50.000 Stellen abbauen wird, zwischen 2021 und 2025 rund 28 Milliarden Euro an Dividenden aus. Während vonseiten der Wirtschaft gerne von gestiegenem Kostendruck und angeblich zu hohen Löhnen gesprochen wird, scheint das Geld für Großaktionär:innen hingegen vorhanden zu sein.
Wie steht es nun um die Ausschüttungen der österreichischen Konzerne? Dieser Frage geht der AK Dividendenreport 2026 nach und kommt zum Ergebnis: Auch für die Shareholder der insgesamt 20 ATX-Unternehmen besteht Grund zur Freude. Sie erhalten – der weiterhin angespannten wirtschaftlichen Lage zum Trotz – erneut hohe Dividenden: im laufenden Jahr insgesamt rund 5,6 Milliarden Euro.
Das Gesamtbild: Elf Unternehmen erhöhen ihre Dividende im Vergleich zum Vorjahr, und zwar um zwischen 4,3 und 45,6 Prozent. Bei drei Konzernen bleiben die Ausschüttungen mehr oder weniger gleich und nur vier Unternehmen bezahlen geringere Dividenden als zuletzt. Sind bei OMV und SBO schwächere Ergebnisse dafür verantwortlich, erfolgt dieser Schritt bei Erste Group und CA Immo trotz höherer Gewinne.
„In Phasen des Umbruchs – wie aktuell – sollten vorausschauende firmenpolitische Weichenstellungen wie Investitionen in den Betrieb und neue Perspektiven für die Beschäftigten im Vordergrund stehen.“
Markus Oberrauter, Referent in der Abteilung Betriebswirtschaft der AK Wien
Unverändert bleibt das Spitzenfeld: Mit Ausschüttungen von rund 1,4 Milliarden Euro landet die OMV abermals auf dem ersten Platz, gefolgt – aufgrund einer Sonderdividende – von der Verbund AG (1,1 Milliarden Euro) sowie RBI und BAWAG Group, die mit je rund 0,5 Milliarden Euro die Plätze drei und vier belegen.
Tatsächlich brachte das abgeschlossene Wirtschaftsjahr 2025 den ATX-Unternehmen neuerlich hohe Gewinne ein. Das aggregierte, den Aktionär:innen zurechenbare Ergebnis der 20 Konzerne belief sich auf 12,3 Milliarden Euro – ein sattes Plus von sechs Prozent, das die Ausschüttungen entsprechend beflügelt.
Markus Oberrauter, Referent in der Abteilung Betriebswirtschaft der AK Wien und Autor des Reports, mahnt dabei nicht nur die Verhältnismäßigkeit ein. Vor allem ein Punkt ist ihm wichtig: „In Phasen des Umbruchs – wie aktuell – sollten vorausschauende firmenpolitische Weichenstellungen wie Investitionen in den Betrieb und neue Perspektiven für die Beschäftigten im Vordergrund stehen.“
Kurz: Nachhaltiges Handeln statt temporärer Geldsegen. „Die Zukunft entscheidet sich auf der Langstrecke“, so der Experte.
Du interessierst dich für alle Zahlen? Dann wirf einen Blick in den gesamten AK Dividendenreport 2026.