Sonnenstrahlen und Wolken zum Thema Sommerthemen für den Betriebsrat © deagreeze – stock.adobe.com


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Sommer: Hoch-Saison für den Betriebsrat

Ute  Bösinger
03.06.2026

Der Sommer bringt für viele Kolleg:innen extra Stress. Fünf Tipps, wo die Belegschafts­vertretung unterstützen kann – von Hitzeschutz bis Urlaubsrecht.

1. Achtung, Hitzetage! Hitzeschutz für alle

Sie kommen sicher, die Tage, an denen das Thermo­meter über 30 Grad anzeigt und es auch nachts kaum abkühlt. Wer im Freien arbeitet, etwa in einer Gärtnerei oder auf dem Bau, ist seit diesem Jahr besser geschützt. Entscheidend sind 30 Grad „gefühlte Temperatur“. Diese kann sich je nach Luft­feuchtigkeit, Sonne oder Wind von der gemessenen Temperatur unterscheiden. Dann müssen alle, die im Freien arbeiten, nach einem vorbereiteten Hitze­schutzplan geschützt werden.

Je nach Arbeitsplatz kann das durch Beschattung oder Kühlung oder durch eine zeitliche Organisation der Arbeit geschehen: mehr Pausen, weniger belastende Arbeit in der heißesten Zeit des Tages. Natürlich muss die Firma auch auf den UV-Schutz ihrer Beschäftigten durch Beschattung, geeignete Kleidung, Sonnen­brillen, Sonnencreme und ausreichend Getränke achten. 


Harald Bruckner, AK Wien © Erwin Schuh
Harald Bruckner, AK Wien © Erwin Schuh

Hitzeschutz muss für alle gelten – egal, ob drinnen oder draußen gearbeitet wird. Die AK macht mit den Gewerk­schaften weiter Druck.


Harald Bruckner, Experte für Hitzeschutz, AK Wien.

„Dein Betrieb beschäftigt Menschen im Freien und hat noch keinen Hitze­schut­zplan? Fordere den Hitzeschutz plan ein! Das Arbeits­inspektorat kontrolliert das auch“, sagt dazu Harald Bruckner aus der Abteilung Arbeitnehmer:innenschutz und Gesundheitsberufe der AK Wien.

Ein Großteil der Beschäftigten in Wien arbeitet allerdings in Büros oder anderen Innen­räumen. Hier gilt die Hitze­schutz­verordnung nicht.
„Die AK macht mit den Gewerk­schaften weiter Druck, denn Hitzeschutz muss für alle gelten – egal, ob drinnen oder draußen gearbeitet wird“, so Bruckner.


2. Wohin mit dem Kind in den Sommerferien?

Neun Wochen Sommerferien, aber nur fünf Wochen Jahresurlaub: Jedes Jahr im Sommer schaffen Eltern die Sommer­ferien oft nur durch getrennte Urlaube, durch teure Ferien­betreuung, unter Mithilfe der Groß­eltern und durch viel Improvisation.

„Das ist für viele Eltern wie ein alljährliches Jonglieren mit viel zu vielen Bällen in der Luft: kosten­günstige Sommer­camps der Stadt Wien sind schnell ausgebucht. Für private Ferien­betreuung zahlen die, die es sich leisten können, im Schnitt über 400 Euro im Monat“, sagt Vera Glassner aus der Abteilung Frauen und Gleichstellungspolitik der AK Wien.

Glassner sieht hier einige Ansatzpunkte für Betriebsräte: „Sie wissen, was die Kolleg:innen brauchen.“ So können Betriebsräte zunächst im Betrieb den Bedarf erheben: Kinder­betreuung, flexible Arbeitszeit­modelle speziell im Sommer oder mehr Gleitzeit für Familien sind gute Möglichkeiten.

Gemeinsam mit dem Unternehmen können dann gezielte Angebote entwickelt werden. „Gute Unternehmen sind daran interessiert, ihre Mitarbeitenden langfristig zu binden, auch mit familien­freundlichen Leistungen“, sagt Glassner.

Billa Österreich etwa bietet seit 2012 Feriencamps für die Kinder der Beschäftigten an: Wochen­camps mit und ohne Übernachtung und Tagescamps in Wien und im Umland. Dazu gibt es ein Kinder­betreuungs­angebot an einigen schulfreien Tagen. In diesem Jahr werden 220 Plätze genutzt.

„Das ging vom Unternehmen aus. Wir vom Betriebsrat haben uns eingebracht“, sagt die stell­vertretende Billa Betriebs­rats­vorsitzende Maria Gluchmann. Ihr Rat für Betriebs­rats­mitglieder: „Beteiligt euch, wenn ein Unternehmen so etwas vorschlägt. Betriebsräte können sehr viel im Sinne der Familien mitgestalten.“


3. Schnell gerechnet: Ab wann steht mir die sechste Urlaubswoche zu?

Heiß begehrt, schwer zu erreichen: die sechste Urlaubs­woche. Wann es für die Kolleg:innen so weit ist, errechnet in wenigen Sekunden der Mehr­urlaubs­rechner der AK. 


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6. Urlaubswoche Rechner

Klick dich rein, in den Urlaubsrechner der AK Wien

4. Resturlaub: Verfällt der Urlaub?

Wer die Firma verlässt, hat selten alle Urlaubs­tage aufgebraucht. Dafür muss die Firma Urlaubs­ersatz­leistungen zahlen. Der AK Resturlaubs-Rechner checkt schnell und zuverlässig, wie viele Urlaubs­tage ausbezahlt werden müssen.


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AK Resturlaubs-Rechner

Mit dem AK Resturlaubs-Rechner kannst du berechnen, wie viel Urlaubs­ersatzleistung dir zusteht.

5. Urlaubsanspruch: „Nur eine Frage zum Urlaub …“

Oft sind Betriebsrät:innen die ersten, die gefragt werden, wenn etwas zum Urlaub unklar ist: Können Führungs­kräfte Urlaub anordnen, weil gerade wenig zu tun ist? Neu in der Firma: Wie viel Urlaub darf ich nehmen, um mit der Familie im Sommer zu verreisen? Die AK hat kurze  Antworten auf dem neuesten Stand zum Arbeitsrecht im Urlaub zusammen­gestellt.


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AK Urlaubsanspruch-Rechner

Hier findest du alles zum Thema Arbeitsrecht und Urlaub.