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Kommentar

Pensionen: Für die Menschen hinter den Zahlen

Das Pensions­antrittsalters anzuheben, steht immer wieder zur Diskussion. Doch wie lange können Beschäftigte überhaupt arbeiten?

Renate  Anderl
22.10.2026


AK-Präsidentin Renate Anderl © Sebastian Philipp
AK Präsidentin Renate Anderl © Sebastian Philipp

Immer wieder wird über die Anhebung des Pensions­antritts­alters diskutiert. Doch was dabei fast immer ignoriert wird, ist die Tatsache, dass viele ältere Arbeit­nehmer:innen schon jetzt nicht bis zur Pension arbeiten können – aus gesundheitlichen Gründen oder weil Arbeitgeber keine älteren Personen beschäftigen wollen.

Nur sechs von zehn Arbeit­nehmer:innen glauben, dass sie ihren Job bis zur Pension überhaupt durchhalten können. Rund 30 Prozent der Betriebe mit mehr als 20 Mitarbeiter:innen beschäftigen keine Menschen über 60 – und rund ein Viertel geht nicht direkt aus der Erwerbs­tätigkeit in Pension. Hinter diesen Zahlen stehen Menschen, die arbeiten wollen, aber häufig nicht mehr können oder dürfen.

Es ist absurd, dass Verantwortliche aus Wirtschaft und Industrie ein höheres Pensions­antrittsalter fordern, während gleichzeitig viele Betriebe keine Perspektiven für ältere Kolleg:innen bieten. Um das zu ändern, muss in der Arbeits­welt angesetzt werden.

Die Arbeiter­kammer setzt sich für faire Rahmen­bedingungen und alternsgerechte Arbeitsplätze für ältere Mitarbeitende ein. Die von der Bundesregierung initiierten Programme (wie das Älteren­beschäftigungs­paket und die Aktion 55+) sind wichtige Schritte, um gesunde Beschäftigung bis zur Pension sicherzustellen.

Doch auch die Betriebe müssen endlich ihrer Verantwortung nachkommen: Nur mit fairen Bedingungen und mehr Verantwortung der Arbeitgeber wird gesundes Arbeiten bis zur Pension möglich sein.

Zur Person

Renate Anderl ist Präsidentin der AK Wien und der Bundesarbeitskammer.